Historisches aus
dem Goldenen Berg

Suche
Schrift
quote
Mit großflächigen Bildern österreichischer Künstler, lichtdurchfluteten Räumen und minimalistischer Einrichtung wurde im Arlberg Hospiz Hotel in St. Christoph eine außergewöhnliche Wellness-Oase geschaffen. Das Hospiz Sport + Spa vereint Wohlbefinden und Fitness mit Ästhetik und Kunst.
(VON Magazine)

 

Geschichte





Eigentlich fing alles schon 1926 an, als Herr Leopold Schneider, angeregt von den Ideen des Kronenwirtes, Herrn Wilhelm Pfefferkorn, der damals den ersten bekannten Prospekt für Lech drucken ließ, es auch mit dem Tourismus versuchen wollte. Ihm fehlte allerdings das wesentliche Geld.

Alle Lecher wurden damals nach dem 1. Weltkrieg und der folgenden Inflation von einer Geldarmut, die heute kaum noch vorstellbar ist, heimgesucht.

Glück half Leopold Schneider, indem ein Wiener Verein, vorwiegend ehemalige Offiziere der K. & K. Armee, mit dem Namen 'Hohe Welt' in der Person eines Vorsitzenden, Herrn Leopold Frey, aufkreuzte und sich für 'Schneider's' Maiensäß, die 'Obere Bergalpe' interessierte. Aus der wollte man ein Vereinschutzhaus errichten. Außer einer kleinen Barsumme wurde auf der Parzelle eine Grundschuld in der Höhe von ATS 5.000,-- zu Gunsten von Leopold Schneider eingetragen.

Seine Freude dauerte kurz. Herr Leopold Frey und sein Verein benahmen sich seltsam. Insbesondere kam für Leopold Schneider kein Geld zum Vorschein. Resultat war eine Zwangsversteigerung im Herbst 1928.

Familie Hammerbacher, die sich schon seit zwei Winter im 'Schweizerhüsle' in Zürs (CH) eingemietet hatten, ersteigerten gegen erbitterten Widerstand Einheimischer das Ganze in der Person des Dr. H. W. Hammerbacher.

Er übernahm außer der Hypothek von ATS 5.000,-- ein höchst primitives Gebäude, das eine offen Rauchküche, eine feine Walser´sche Wohnstube, drei Schlafräume und einen riesigen Stadel, sowie Stall für Kuh und Pferd, neben ca. 2 ha Umschwung und eine kleine Quelle umfasste. Hauptstücke des höchst bescheidenen Möbiliars waren sechs stark zusammen gelegte Laub-Schlafsäcke, die erst mit Laub aus dem Bergwald neu gefüllt werden mussten.

Der erste Winter 1928 / 1929 war zwar sehr gemütlich für Dr. Hammerbacher und seinen Ski begeisterten Freundeskreis, aber doch recht primitiv. Schwierig war für das frisch getaufte Alphaus 'Sportheim Goldener Berg' die Versorgung mit Proviant.

Täglicher Abstieg nach Lech, ein Höhenunterschied von ca. 300 m, war für die begeisterten Naturfreunde ein harter Marsch.

Erleichterung versprach eine Materialseilbahn, wie sie von Ing. Zwickle aus Lochau kurz vorher auf die Tschenkla bei Bludenz gebaut worden war. 1929 stand ganz im Zeichen des Baues einer solchen Seilbahn von der Straße Lech bis zu einem kleinen Hügel hinter dem 'Goldenen Berg'.

Nicht nur über ATS 20.000,-- mussten aufgewandt werden, sondern auch viel, viel Schweiß, um die vielen m3 Schotter, Zement, Eisen, und vieles mehr wurde auf 'Krotten' über die bereits bestehenden Fahrwege herauf geschafft. Ein 'Krotten' trug etwa ¼ m3!!!!! Nach der Fertigstellung ging der Aufschwung los.

Der Rohölmotor spendete erstes elektrisches Licht (zur damaligen Zeit noch eine Seltenheit in Lech). Der Stadel wurde teilweise ausgebaut, richtige Betten angeschafft und eine Sonnenterrasse um den Bau errichtet. Damals schon wurden fließendes Wasser und eine Zentralheizung installiert.

Der Zustrom an Gästen aus ganz Europa blieb nicht aus. Der 'Goldene Berg', als sportliches Gegenstück zu dem eher 'mondänen' Zürser Hof des Grafen Tattenbach in Zürs war so gewaltig, dass man sich bereits 1930 zum 'Hotelbau' entschied.

Am 4. September 1930 war der Spatenstich und zu Weihnachten 1930 das Neue Haus bis zur Kapazität ausgefüllt. Es war das erste Drittel der Gesamtplanung. Die Küche war bereits voll ausgebaut, denn der 'Goldene Berg' verköstigte in Oberlech alle Gäste, die in den Nebenhäusern untergebracht waren.

In drei Schichten wurde der große Speisesaal mit Gästen gefüllt, die nicht nur in den eigenen 42 Betten schliefen, sondern auch in den angemieteten Nebenäusern: Keckbrunn (vor dem Brand), Salome und Sebastian Beiser, sogar einen Winter lang in der heutigen 'Sonnenburg'. Während Lech-Dorf 1931 zwischen 60 und 70 Gäste beherbergen konnte, versorgte der 'Goldene Berg' allein bis zu 130 Pensionsgäste.

Dank der großzügigen Prospektaktion des Herrn Dr. Hammerbacher und seiner Verkaufsreisen nach England, Holland und Frankreich, war der Ort Oberlech in Europa gleich gut bekannt, wie das rapide aufstrebende Zürs.

1933 wurde erstmals in der Gegend vom 'Goldenen Berg' ein Küchenchef engagiert, nämlich zum sagenhaften Gehalt von ATS 600,-- im Monat.

1931 wollte im frisch eingerichteten Neubau eine Partie Abschied feiern, andere aber gesund schlafen. Im Gemüsekeller im Neubau, als völlig lärmgeschützter Ort des Hotels, fand die Feier statt. Auf den Kartoffelsäcken und zwischen den Vorräten wurde zu den Klängen eines Gramophons und der Klampfe des Eigner, des Herrn Dr. Hammerbacher, gefeiert.

Es entstand der Welt erste 'Kellerbar', die nach einigem an Umbau und Renovierungsarbeiten als 'Skihölle' fast weltberühmt wurde. Besonders als nach dem Krieg dort regelmäßig eine 3-Mann-Kapelle für einen solchen Zustrom sorgte, dass schon tagelang vorher die Plätze reserviert werden mussten.

Von Beginn im Jahre 1928 an, war die Jugend der großen Industrienamen auf dem 'Goldenen Berg' vertreten. In Erinnerung sind:
Familie Zentis
Familie Mannesmann
Familie Weishaar
Familie Henkel
Familie Mohnheim
Familie Dyckerhoff

Zu den Stammgästen zählte bereits Familie 'Karajan', ehemals Familie Prof. Mengelberg.

Neben diesen bekannten Familien versammelten sich im 'Goldenen Berg' auch fast alle der damaligen Flugpioniere, die die Routen des künftigen Weltflugverkehrs erkundeten. Zu ihnen gehörten die damals weitbekannten Himmelschreiber (Persil und Ata wurden als Reklame in den Himmel geschrieben) und auch UDET. Ihm ist es zu verdanken, dass der Arlberg allgemein, besonders aber Zürs im Krieg als Luftwaffenerholungsort, relativ wenig von den Plagen, die der Krieg mit sich brachte, zu spüren bekamen.

Dr. Hammerbachers Werbereisen quer durch Europa brachten es auch mit sich, dass der 'Goldene Berg' frühzeitig als Stützpunkt für die Skiclubs von Großbritannien und der Niederlande eingerichtet wurde. Dieser Bekanntheitsgrad, zusammen mit vielen Prominenten aus Deutschland, halfen sehr, als Hitler mit seiner 'Tausend Mark Sperre' Österreich in die Knie zwingen wollte. Somit konnte der 'Goldene Berg', wenn auch mühsam, überleben. Nur die Ausbaupläne konnten nicht realisiert werden.

1945, als 'Reichsdeutsches Eigentum' unter Sequester gestellt, war der Neubeginn äußerst mühsam. Wenn auch die öffentlichen Verwalter - Herr Dr. Konzett und Herr Sepp Stummer - so freundlich und mitfühlend wie möglich waren, konnten auch sie nicht ändern, dass aus den 42 Betten nur knapp 30 verwendbar waren. Zu sehr tropfte es durch unzählige Löcher im Dach, zu wenig Bettwäsche, die nur 1 ½ maliges Wechseln ermöglichte und vieles mehr machte das Leben schwer.

Als der Betrieb unter Sequester stand, war auch keine Kreditmöglichkeit gegeben - nur die paar Tausender, die die Bludenzer Sparkasse auf die blauen Augen des Herrn Alex Hammerbacher setzte und ein kleines Maß an Lieferantenkredite, machten einen 'neuen Anfang' möglich.

Nachdem der getreue Pächter der Kriegs- und ersten Nachkriegszeit, Graf E. Auersberg, den 'Goldenen Berg' den wirklichen Besitzern, den Hammerbachs in Person des Alex Hammerbach zurück übergeben hatte - musste dieser ansehen, wie immer mehr Betriebe in Oberlech, in der ganzen Gemeinde Lech bedeutende ERP - Plan (Marshal - Plan - Gelder) zur Verfügung gestellt bekamen und erneuern und ausbauen durften.

Dem noch immer unter Sequester stehenden Betrieb 'Goldener Berg' war diese Quelle versperrt. So ging es mit dem 'Goldenen Berg' viel langsamer aufwärts als mit den übrigen Konkurrenzbetrieben. Doch: die Zahl der zufriedenen Gäste stieg!

Eine Erweiterung war zwingend geworden, zugleich mit einer Verbesserung um den unangenehm gewordenen Rückstand zu den von ERP-Geldern geförderten Betrieben einigermaßen aufzuholen.

Dies gelang, als die Aufhebung des Sequesters 1959 Kredite ermöglichte.

1960 war es dann soweit, dass das Neue Haus von 22 Betten auf 40 Betten erweitert werden konnte, verbunden mit der Speisesaalvergrößerung.

Weihnachten 1960, zum Teil noch in feuchten Wänden, konnte sich der 'Goldene Berg' seinen Gästen in voller Pracht präsentieren. Er war besser geworden, aber der Rückstand den anderen Hotels gegenüber war noch sehr groß. Der große Kapitalmangel ließ nur ein sehr langsames Aufholen erwarten.

Dies überstieg die Kräfte von Familie Hammerbach. Ein Verkauf drängte sich auf. Die in Lech alteingesessene Familie Pfefferkorn übernahm im Herbst 1965 käuflich den 'Goldenen Berg'.

Ihre Investitionen, Ihr Fleiß und Ihre Einsatzfreude holten viel von dem Rückstand auf, sodass der 'Goldene Berg' in Oberlech wohlgerüstet im Herbst 1978 sein 50-jähriges Jubiläum feiern konnte.

Oktober / November 2000
Bereits seit Oktober 2000 wurde die Leitung des 'Sport- & Genießerhotels Goldener Berg' in die Hände der Tochter, Daniela Pfefferkorn, gelegt.

Zusammen mit ihrem Ehemann, Herrn Florian Werner - der bereits zwei Jahre davor die Organisation des elterlichen Betriebes Hotel Arlberg Hospiz in St. Christoph übernommen hatte, gründeten die beiden eine Gesellschaft mit dem Namen 'Hospiz Hotels & Restaurant' - wo höchste Qualität begeistert!

Lebendige Gegenwart und große Vergangenheit vereinen sich in den nun insgesamt 4 Betrieben
** Sport- & Genießerhotel Goldener Berg
** Genießergasthof 'Alter Goldener Berg'
** Arlberg Hospiz Hotel in St. Christoph
** Restaurant Hospiz Alm in St. Christoph
wie nirgends sonst wo auf höchstem Niveau zur traditionellen Gastfreundschaft in ihrer schönsten Form.

Um die Gäste glücklich, entspannt oder angeregt, angenehm erschöpft oder voll konzentriert sehen zu können, passt sich die Gesellschaft 'Hospiz Hotels & Restaurants' ständig den Bedürfnissen der Gäste an.

Ähnlich wie im Arlberg Hospiz Hotel werden die Eltern 'Gucky & Franz Pfefferkorn' weiterhin präsent sein, nur mit dem Unterschied, dass sie jetzt viel mehr Zeit den Gästen widmen können!

Unsere Betriebe & Institutionen